Schnelltest Digitalisierung

Schnelltest Digitalisierung

Wie fit ist Ihr Unternehmen für die Digitale Transformation?

Die Digitalisierung ist ein Strukturwandel, der bei vielen Unternehmen zu einem nennenswerten, teilweise fundamentalen Veränderungsbedarf führt. Ein Großteil der Unternehmen aus verschiedenen Branchen haben bereits reagiert und Ihre Geschäftsmodelle und -prozesse angepasst, in anderen stehen Umstrukturierungen noch bevor. Zur Orientierung über Anpassungsbedarf bei Geschäftsmodellen und -prozessen soll der folgende „Schnelltest Digitalisierung“ dienen, aus dem unmittelbare Anknüpfungspunkte für die Anpassung entnommen werden können. Der Test basiert auf einer Übersicht von Best Practices, deren einzelne Elemente für die Überprüfung des Digitalisierungsgrades von Unternehmen herangezogen werden. Bei Fragen zur Interpretation oder Umsetzung der einzelnen Elemente steht Ihnen das E-commerce Institut gerne zur Verfügung. Schreiben Sie uns an: info@ecommerceinstitut.de.

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Teil A. Unternehmen, Geschäftsmodell und Strategie

Im ersten Teil des Schnelltest stehen Fragen zur Digitalisierungsstrategie und zur Priorisierung der Digitalisierung im Fokus:

1. Hat das Unternehmen eine Digitalisierungsstrategie?

In einer Digitalisierungsstragie werden mittel- bis langfristige Unternehmensziele definiert, deren Erreichung für die Bewältigung der Digitalen Transformation essentiell sind.

2. Liegt die Verantwortung für die Digitalisierungsstrategie beim Vorstand oder der Geschäftsführung?

Die Bedeutung der Digitalisierung für nahezu alle Unternehmen erfordert die Priorisierung dieses Themas auf der obersten Entscheidungsebene.

3. Lässt sich das Geschäftsmodell durch Einsatz von Digitalisierung skalieren?

Digitalisierung bedeutet vor allem den Abbau von Transaktionskosten und damit erleichterte Marktzugänge. Durch daraus hervorgehendes Wachstum ergeben sich Skaleneffekte, die weiteres Unternehmenswachstum ermöglichen.

4. Wird die Entwicklung digitaler Innovationen explizit gefördert und gefordert?

Um die Digitalisierung proaktiv zu gestalten, bedarf es digitaler Innovationen, die das Unternehmen wettbewerbsfähig machen.

Teil B. Kunden, Value Proposition und Marketing

Der Teil B. des Schnelltest Digitalisierung bezieht sich auf Veränderungen im Verhalten Ihrer Kunden und Ihrer Produkte. Anhand von sechs Fragen, die mit einigen Beispielen erläutert werden, können Sie den Digitalisierungsgrad und damit ggf. die Veränderungsnotwendigkeit in Ihrer Branche identifizieren.

1. Sind Ihre Kunden über digitale Kanäle wie dem stationären oder mobilen Internet adressierbar?

Fast 90 % der Haushalte in Deutschland haben einen Internetzugang (Quelle: Eurostat/Statista), knapp 50 % (Quelle: ITU/Statista) sind es weltweit. Nur noch wenige Kundensegmente sind nicht online adressierbar, allenfalls Kunden im B2B-Sektor sind bei Märkten mit kleineren Teilnehmerzahlen offline -z.B. auf Messen- besser adressierbar als online.

2. Sind für Ihr Unternehmen neue Kundensegmente, z.B. im Ausland über das Internet erreichbar?

Im Internet gibt es außer überwindbaren Sprachbarrieren nur wenige Grenzen. Sofern Sie ein etabliertes und attraktives Produkt anbieten, das sich zu vertretbaren Kosten international herstellen und/oder transportieren lässt, sollten Sie eine Internationalisierungsstrategie über den Online-Kanal entwickeln und umsetzen.

3. Adressieren Ihre Wettbewerber Kunden über das Internet?

Sollten Ihre Wettbewerber bereits nennenswerte Umsatzanteile über den Online-Kanal erzielen, dürfte es für Ihr Unternehmen höchste Zeit werden, ebenfalls online anzubieten.

4. Treten in Ihrer Branche neue Wettbewerber nur im Internet in den Markt ein?

Der Wettbewerb im E-commerce ist im Wesentlichen davon geprägt, dass neu gegründete Unternehmen ihre Geschäftsmodelle explizit auf den digitalen Kanal ausgerichtet haben. Digitale Produktions- und Geschäftsprozesse bei schlanken Kostenstrukturen prägen die Wettbewerbsvorteile dieser Pure Player. Diese Vorteile machen die neuen Akteure -wie etwa amazon- schnell zum Marktführer, so dass sich etablierte Anbieter dringend mit der neuen Konkurrenz auseinander setzen sollten.

5. Verändern sich die Kundenprobleme, die Sie bislang gelöst haben, durch die Digitalisierung?

Alles, was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert. Dieses Leitmotiv der Digitalisieren lässt sich bereits für weite Teile der Medien- und Kommunikationsindustrie nachweisen. Im Ergebnis entfallen ganze Produktbereiche oder werden marginalisiert. Ist Ihr Produkt, Ihr Geschäftsmodell betroffen, sollten Sie schnellstmöglich alternative Strategien entwickeln.

6. Entstehen durch die Digitalisierung neue Kundenprobleme, die Sie lösen können?

Wenn sich Kommunikations- und Absatzkanäle verändern, mit denen Kunden adressiert werden, verändern sich nicht nur monetäre und zeitliche Budgets sondern auch Kundenprobleme. Gleichzeitig gibt es neue Technologien, die eingesetzt und weiterentwickelt werden können. Die Digitalisierung bildet also sowohl in Sachen Kundenprobleme als auch Problemlösungskompetenzen eine Vielzahl von Chancen, neue Produkte zu entwickeln und zu etablieren.

Teil B: Kundenbeziehungen und Kanäle

Im Teil B des Schnelltest wird geprüft, ob sich Kundenbeziehungen durch die Digitalisierung signifikant verschieben.

1. Können Sie durch digitale Kommunikation wie etwa Soziale Medien Kundenbindung fördern?

Vielen Unternehmen bietet der Online-Kanal neue Optionen für die Etablierung und Gestaltung von Kundenbeziehung. Unternehmen können kostengünstig und flexibel kommunizieren und auf diese Art und Weise Kunden ein Mehr an Informationen und Services bereitstellen. Allerdings muss das Themenfeld, dem sich ein Unternehmen widmet, auch für die digitale Kommunikation geeignet sein. D.h. dass die Themen eine ausreichende Breite und Tiefe haben müssen, um Ausgangspunkt für Kundendialoge zu sein.

2. Verfügt das Unternehmen über fundierte Online Marketing-Kompetenz?

Die zunehmende Bedeutung und die höhere Effizienz der Onlinekommunikation machen Online-Marketing-Kompetenz zu einer Schlüsselkompetenz in Unternehmen, die intern bereit gehalten werden sollte.

3. Setzen Sie ein Software-gestütztes CRM ein, bei denen Online- und Offline-Daten verknüpft und analysiert werden?

Sobald ein Unternehmen eine kundenorientierte Webpräsenz betreibt, die sich an Kunden wendet, entsteht eine Vielzahl an Nutzerdaten, die zur Verhaltens- und Wirkungsanalyse eingesetzt werden können. Die Ergebnisse dieser Analysen sollten Grundlage des Kundenmanagements sein.

4. Gibt es ein übergreifendes System zur Datenerfassung und Datenanalyse, das in das Unternehmenscontrolling integriert ist?

Bei zunehmenden Umsatzanteilen, die Online erzielt werden, ist eine Integration des Online Marketing-Controllings bzw. der WebAnalytics in das Unternehmenscontrolling nicht nur sinnvoll, sondern geboten.

Teil C: Netzwerke, Partner und Ressourcen

Im dritten Teil des Schnelltest Digitalisierung wird untersucht, inwieweit die interne Organisation und Wertschöpfung auf die Digitalisierung vorbereitet ist.

1. Haben die Mitarbeiter ausreichende und aktuelle Digitale Skills?

Träger der Digitalisierung sind im Wesentlich die Mitarbeiter. Diese müssen Digitale Skills entwickeln, die über Kenntnisse reiner Anwendungssoftware hinausgehen.

2. Investiert das Unternehmen laufend in die Weiterbildung der Mitarbeiter, um Digitale Skills sicherzustellen?

Um die Dynamik der Digitalisierung in den Kenntnissen der Mitarbeiter abzubilden, ist nachhaltige Weiterbildung ein zentrales Thema.

3. Setzt das Unternehmen soziale Medien auch für die interne Kommunikation ein, um darüber Transparenz und Austausch zu ermöglichen?

Die Qualität der Kommunikation lässt sich nicht nur ggü. den Kunden durch Soziale Medien erhöhen, auch für die interne Kommunikation können interaktive Kommunikationsplattformen ansonsten unabhängig agierende Unternehmensteile oder Mitarbeiter zusammen bringen.

4. Unterliegen wesentliche Teile ihres Wertschöpfungsnetzwerks der Digitalisierung?

Wenn wichtige Wertschöpfungspartner Ihr Angebot -sowohl auf Produkt- als auch auf Prozessebene- digitalisieren, ergeben sich für die abnehmenden Unternehmen Chancen, digitale Innovationen aufzugreifen und in bestehende Leistungsprozesse zu integrieren.

5. Haben die Partner im Wertschöpfungsnetzwerk einen ausreichenden Digitalisierungsgrad?

Um alle Digitalisierungspotenziale im Wertschöpfungsnetzwerk nutzen zu können, ist es wichtig, Partner, Lieferanten und Dienstleister zu haben, die ebenfalls digitalisierte Prozesse umsetzen.

6. Lässt sich Ihre Wertschöpfungskette durch digitales Outsourcing verkürzen?

Zur Steigerung der Effizienz ist zu überprüfen, ob operative Prozesse wie etwa das Rechnungwesen, die nicht wettbewerbsrelevant sind, durch Einsatz von Digitalisierung ausgelagert werden können.

7. Sind die IT-Systeme des Unternehmens untereinander integriert und kompatibel?

Bei einer gewachsenen IT-Architektur bildet das älteste System häufig einen „Flaschenhals“ für die Integration und die Modernisierung des Gesamtsystems. Eine moderne und vollständig integrierte Architektur ist im Zeitalter der Digitalisierung allerdings essentiell.

Teil D: Kosten und Erlöse

1. Nutzt das Unternehmen neue, in digitalen Märkten entstandene Erlösmodelle?

Die hohe Dynamik in Onlinemärkten hat auch eine Vielzahl neuer oder weiterentwickelter Erlösmodelle hervorgebracht, so z.B. das Freemium-Modell. Diese Erlösmodelle sind auf Ihren Einsatz zu überprüfen.

2. Hat das Unternehmen eine Strategie, um den Preisdruck im Onlinekanal zu bewältigen?

Vielfach ist die Erwartung der Kunden im E-commerce, dass ein Produkt im Online Handel günstiger ist als im stationären Handel. Dem dadurch entstehenden Preisdruck muss entweder eine Produkt- oder eine Kostensenkungstrategie entgegen gesetzt werden.

3. Nutzt das Unternehmen Kostensenkungspotenziale durch Software und Automatisierung?

Preisdruck erfordert aber auch, Kostensenkungspotenziale zu identifizieren und zu nutzen.

 

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