Der Einfluss der digitalen Transformation auf das Change Management – Eine kritische Analyse aktueller Konzepte in der Beratungsbranche 2/2

Der Einfluss der digitalen Transformation auf das Change Management – Eine kritische Analyse aktueller Konzepte in der Beratungsbranche 2/2

Willkommen zu unserer Beitragsreihe über aktuelle Abschlussarbeiten unserer Studierenden!

Die Alumna Melissa Adejolu hat im Rahmen ihres Studiums Digital Management an der Hochschule Fresenius in Köln eine herausragende Masterarbeit zum Thema „Der Einfluss der digitalen Transformation auf das Change Management – Eine kritische Analyse aktueller Konzepte in der Beratungsbranche“ geschrieben. Im Folgenden wird die Zusammenfassung vorgestellt. Lesen Sie jetzt den ersten Teil hier!

Pioniere verfolgen eine explorative Denkweise

Darüber hinaus wandelt sich die Denkweise von einem Wasserfall-Ansatz zu einer agilen Denkweise. Theorien wie agile Sprints und Scrum-Methoden sind zu festen Bestandteilen der heutigen Arbeitswelt geworden. Darüber hinaus wandelt sich die Gesamtkultur zu einer flexibleren Denkweise. Pioniere der digitalen Transformation verfolgen eine explorative Denkweise, die dazu ermutigt, Fehler zu machen, schnell zu scheitern und sich gegebenenfalls anzupassen.

Change-Management-Modelle als Leitfaden

Nicht zuletzt zeigt sich die Notwendigkeit eines Wechsels von einem Modellansatz hin zu modularen Faktoren. Traditionelle Giganten hinken bei der digitalen Transformation oft hinterher. Sie sind komplex strukturiert und stehen vor individuellen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund wird klar, dass Change-Management-Modelle eher als Leitfaden oder Checkliste betrachtet werden sollten und nicht als schrittweise Anleitung.

Die 12 „Digital Change Management Factors“

Die qualitative Forschung zeigt, dass der Faktor Mensch nach wie vor im Zentrum des Wandels stehen muss. Außerdem ist es unerlässlich, neue Denkweisen für die digitale Transformation zu fördern. Zudem zeigen die Experteninterviews, dass die theoretischen Modelle in der Praxis oft nicht angewandt werden, da sie die Komplexität und Individualität jeder Veränderung nicht berücksichtigen. An Bedeutung gewinnen viel mehr die entwickelten 12 „Digital Change Management Factors“. Diese sollten modular eingesetzt werden, um jeden Change-Management-Ansatz individuell anzupassen.

  1. Mitarbeiter einbeziehen
  2. Veränderung zu einer persönlichen Erfahrung machen
  3. Hierarchie abbauen und einen Raum der Zusammenarbeit schaffen
  4. Offen und transparent sein
  5. Feedback umsetzen
  6. Gemeinschaft und gemeinsame Ziele aufbauen
  7. Fortschritte und Meilensteine sichtbar machen
  8. Eine digitale Kultur gestalten
  9. Digitale Akzeptanz erstellen
  10. Lernen und Innovation ermöglichen
  11. Nachhaltige Veränderung schaffen
  12. Digitale Werkzeuge nutzen

In der deutschen Beratungsbranche erwarten Kunden Komplettpakete

In Bezug auf den deutschen Beratungsmarkt kann man sagen, dass das Veränderungsmanagement nur 3,1% des gesamten Beratungsmarktes ausmacht, während andere Kategorien wie Projektmanagement einen deutlich höheren Anteil von 13,4% haben. Der Literatur zufolge geht der aktuelle Trend dahin, dass Kunden ein Komplettpaket erwarten. Wenn sie also Unterstützung für die digitale Transformation erhalten, gehen sie davon aus, dass sie alles in einem Paket erhalten, ohne das Änderungsmanagement als Silodisziplin zu betrachten.

Change Management ist keine Silodisziplin mehr

Dieser Trend spiegelt auch die Ergebnisse der Experteninterviews wider. Alle Experten arbeiten an Veränderungsprojekten, aber nur zwei von ihnen sind Change Manager. Change Management in der Beratungsbranche ist heute keine Silodisziplin mehr, die nur von ausgebildeten Change Managern durchgeführt wird. Es zeigt sich also, dass es im Hinblick auf die digitale Transformation nur noch eine geringe Nachfrage nach traditioneller Change Management Beratung gibt.

 

Zusammengefasst und editiert von Louisa Roszinski