Social Media und Jugendliche: Auswirkungen auf psychische Gesundheit, Schlaf und Schule
Abstract
Soziale Medien sind ein zentraler Bestandteil des Alltags vieler
Jugendlicher. Gleichzeitig zeigen aktuelle Befragungsdaten, dass
Jugendliche soziale Medien in mehreren Lebensbereichen eher mit
negativen als mit positiven Auswirkungen verbinden. Besonders deutlich
sind die selbst berichteten negativen Effekte auf den Schlaf,
die Produktivität und schulische Leistungen. Auch die psychische
Gesundheit wird von Jugendlichen und Eltern als wichtiges Problemfeld
wahrgenommen. Die vorliegenden Daten beschreiben jedoch vor allem
subjektive Einschätzungen und selbst berichtete Auswirkungen und
stellen für sich genommen keinen kausalen Nachweis dafür dar, dass
Social-Media-Nutzung psychische Erkrankungen verursacht.
Autor des zugrunde liegenden Statista-Beitrags
Der zugrunde liegende Statista-Beitrag wurde von
Felix Richter, Data Journalist bei Statista, verfasst
und am 17. August 2026 veröffentlicht.
Der vorliegende Fachbeitrag wurde für das
E-Commerce Institute Köln redaktionell aufbereitet.
Die im Beitrag dargestellten Zahlen und Aussagen werden dabei anhand
der im Ausgangsmaterial genannten Statista- und
Pew-Research-Center-Daten eingeordnet.
Social Media und Jugendliche: Wie stark sind die negativen Auswirkungen?
Soziale Medien sind für Jugendliche heute ein fester Bestandteil des
Alltags. Plattformen dienen nicht nur der Kommunikation, sondern auch
der Unterhaltung, dem Austausch von Meinungen, der Selbstdarstellung
und dem kontinuierlichen Konsum digitaler Inhalte.
Gleichzeitig wächst die Sorge über mögliche negative Auswirkungen
auf Gesundheit, Schlaf, Schule und psychisches Wohlbefinden. Die von
Statista dargestellten Befragungsdaten des Pew Research Center zeigen
eine zunehmend kritische Wahrnehmung sozialer Medien unter Jugendlichen.
48 Prozent der Jugendlichen bewerten Social Media überwiegend negativ
In einer im Herbst 2024 durchgeführten Befragung des
Pew Research Center unter US-amerikanischen
Jugendlichen im Alter von 13 bis 17 Jahren gaben
48 Prozent an, dass soziale Medien überwiegend
negative Auswirkungen auf Menschen ihres Alters haben.
Zwei Jahre zuvor lag dieser Anteil noch bei 32 Prozent.
Gleichzeitig beschrieben lediglich 11 Prozent der
befragten Jugendlichen die Auswirkungen sozialer Medien als überwiegend
positiv.
| Einschätzung | Anteil |
|---|---|
| überwiegend negative Auswirkungen | 48 % |
| überwiegend positive Auswirkungen | 11 % |
| überwiegend negative Einschätzung zwei Jahre zuvor | 32 % |
Social Media als größte wahrgenommene Bedrohung für die psychische Gesundheit
Besonders deutlich wird die kritische Wahrnehmung beim Thema psychische
Gesundheit. In den dargestellten Befragungsergebnissen nannten sowohl
Jugendliche als auch Eltern soziale Medien am häufigsten als die
größte einzelne wahrgenommene Bedrohung für die
psychische Gesundheit von Jugendlichen.
| Gruppe | Social Media als größte wahrgenommene Bedrohung |
|---|---|
| Eltern | 44 % |
| Jugendliche | 22 % |
Weitere von Jugendlichen genannte Belastungsfaktoren sind unter anderem
Mobbing und äußerer Druck beziehungsweise Erwartungen.
Schlaf, Produktivität und Schule: Die stärksten negativen Effekte
Besonders aussagekräftig sind die Antworten der Jugendlichen zu
konkreten Lebensbereichen. Der stärkste negative Effekt wird beim
Schlaf berichtet.
| Lebensbereich | negativer Effekt | positiver Effekt |
|---|---|---|
| Schlaf | 45 % | 4 % |
| Produktivität | 40 % | 9 % |
| Schulische Leistungen | 22 % | 8 % |
Besonders auffällig ist die Differenz beim Schlaf: Während
45 Prozent der Jugendlichen einen negativen Effekt
berichten, sehen nur 4 Prozent einen positiven Effekt.
Beim Thema Produktivität stehen 40 Prozent negative Einschätzungen
lediglich 9 Prozent positiven gegenüber.
Social Media hat auch positive Seiten
Die Daten erlauben keine rein negative Bewertung. So gaben
30 Prozent der befragten Jugendlichen an, dass soziale
Medien ihren Freundschaften helfen. Damit gehört die Freundschaft zu
den Lebensbereichen, in denen ein positiver Nutzen wahrgenommen wird.
Auch beim Selbstvertrauen wird ein positiver Effekt
berichtet: 19 Prozent der Jugendlichen sagten,
Social Media stärke ihr Selbstvertrauen.
Die Daten sprechen deshalb eher für eine differenzierte Betrachtung:
Nicht jede Nutzung sozialer Medien wird als schädlich erlebt. Entscheidend
ist vielmehr, welcher Lebensbereich und welche Art der Nutzung betrachtet
werden.
Eltern und Jugendliche beurteilen die Situation unterschiedlich
Auch bei der allgemeinen Sorge um die psychische Gesundheit zeigt sich
eine deutliche Differenz zwischen Eltern und Jugendlichen.
55 Prozent der befragten Eltern bezeichneten die
psychische Gesundheit von Jugendlichen als äußerst oder sehr besorgniserregend.
Bei den Jugendlichen selbst lag dieser Anteil bei
35 Prozent.
Diese Differenz zeigt, dass Erwachsene und Jugendliche die gesundheitlichen
und sozialen Auswirkungen digitaler Medien nicht zwingend gleich bewerten.
Vom sozialen Netzwerk zur Unterhaltungsplattform
Weitere Statista Consumer Insights-Daten zeigen, dass sich die Funktion
sozialer Medien zunehmend verändert. Bei jungen Erwachsenen im Alter
von 18 bis 29 Jahren nennen 37 Prozent Unterhaltung
beziehungsweise Zeitvertreib als wichtiges Nutzungskriterium.
Demgegenüber nennen 32 Prozent den Kontakt zu Freunden
und Familie als wichtig. Lediglich 25 Prozent sehen
das Kennenlernen neuer Menschen als Priorität.
Diese Daten beziehen sich auf junge Erwachsene und nicht ausschließlich
auf Jugendliche von 13 bis 17 Jahren. Sie verdeutlichen jedoch einen
breiteren Nutzungstrend: Soziale Plattformen werden zunehmend als Quelle
für Inhalte, Unterhaltung und passiven Konsum genutzt.
Unterschiede zwischen den Generationen
Auch bei der Nutzung einzelner Plattformen zeigen die im Ausgangsmaterial
genannten Statista Consumer Insights deutliche Generationsunterschiede.
YouTube und Facebook gehören zu den Plattformen, die über verschiedene
Altersgruppen hinweg besonders weit verbreitet sind.
Bei Instagram, TikTok, Snapchat und X sind jüngere Nutzergruppen dagegen
deutlich aktiver. Besonders ausgeprägt ist der Unterschied bei Snapchat:
69 Prozent der Gen-Z-Social-Media-Nutzer gaben an,
die Plattform genutzt zu haben, verglichen mit 8 Prozent
der Babyboomer und 27 Prozent der Generation X.
Hinweis: Diese Plattformvergleiche betreffen Nutzer verschiedener
Generationen und sind nicht mit den zuvor genannten Befragungswerten
speziell für 13- bis 17-Jährige gleichzusetzen.
Fazit: Social Media ist für Jugendliche weder nur Chance noch nur Risiko
Die vorliegenden Daten zeigen ein ambivalentes Bild. Einerseits berichten
Jugendliche deutlich häufiger von negativen Auswirkungen sozialer Medien
auf Schlaf, Produktivität und schulische Leistungen.
Andererseits werden auch positive Effekte auf Freundschaften und
Selbstvertrauen genannt.
Besonders auffällig ist, dass fast die Hälfte der Jugendlichen die
Auswirkungen sozialer Medien auf ihre Generation überwiegend negativ
bewertet. Gleichzeitig sollte daraus keine pauschale Aussage abgeleitet
werden, wonach Social Media allein für psychische Probleme verantwortlich
ist.
Für die Bewertung der Auswirkungen sind daher insbesondere
Nutzungsdauer, Nutzungszeitpunkt, Art der Interaktion und der
individuelle Nutzungskontext relevant. Die vorliegenden
Befragungsdaten unterstreichen vor allem, dass Schlaf und alltägliche
Funktionsbereiche bei Jugendlichen im Zusammenhang mit Social-Media-Nutzung
besondere Aufmerksamkeit verdienen.
Frequently Asked Questions (FAQ)
Wie bewerten Jugendliche die Auswirkungen von Social Media?
48 Prozent der befragten US-Jugendlichen im Alter von 13 bis 17 Jahren
bewerteten die Auswirkungen sozialer Medien auf Menschen ihres Alters
als überwiegend negativ. Nur 11 Prozent bewerteten sie als überwiegend
positiv.
Welche Auswirkungen von Social Media sind bei Jugendlichen besonders problematisch?
Am häufigsten wird der Schlaf genannt: 45 Prozent der Jugendlichen
berichten von einem negativen Effekt. Danach folgen Produktivität
mit 40 Prozent und schulische Leistungen mit 22 Prozent.
Sehen Jugendliche auch positive Effekte von Social Media?
Ja. 30 Prozent der Jugendlichen sagen, dass Social Media ihren
Freundschaften hilft. 19 Prozent berichten von einem positiven Effekt
auf ihr Selbstvertrauen.
Nennen Eltern Social Media häufiger als psychische Belastung?
In der dargestellten Befragung nannten 44 Prozent der Eltern soziale
Medien als größte wahrgenommene Bedrohung für die psychische Gesundheit
ihrer Kinder. Unter Jugendlichen lag dieser Wert bei 22 Prozent.
Ist wissenschaftlich bewiesen, dass Social Media psychische Erkrankungen verursacht?
Die in diesem Beitrag dargestellten Befragungsdaten belegen dies nicht.
Sie zeigen Wahrnehmungen und selbst berichtete Auswirkungen der
Jugendlichen. Daraus allein lässt sich keine eindeutige Kausalität
zwischen Social-Media-Nutzung und psychischen Erkrankungen ableiten.
Warum ist Schlaf beim Thema Social Media besonders relevant?
45 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, dass Social Media
die Menge ihres Schlafs beeinträchtigt. Nur 4 Prozent sahen hier
einen positiven Effekt. Damit ist Schlaf der in den dargestellten
Daten am stärksten negativ bewertete Bereich.
Wer hat den zugrunde liegenden Statista-Beitrag verfasst?
Der zugrunde liegende Statista-Beitrag wurde von
Felix Richter, Data Journalist bei Statista,
verfasst und am 17. August 2026 veröffentlicht.
