Social Commerce mit Pinterest: Wie visuelle Inspiration den E-Commerce verändert

Social Commerce mit Pinterest: Wie visuelle Inspiration den E-Commerce verändert

Social Commerce entwickelt sich rasant zu einem der wichtigsten Wachstumstreiber im digitalen Handel. Plattformen wie Instagram, TikTok oder Pinterest verbinden soziale Interaktion mit direkten Kaufmöglichkeiten und verändern damit grundlegend, wie Konsument:innen Produkte entdecken und kaufen. Besonders Pinterest nimmt im Social Commerce eine Sonderrolle ein, da die Plattform weniger auf Unterhaltung, sondern stark auf Inspiration, Planung und visuelle Produktsuche ausgerichtet ist.

Der folgende Beitrag analysiert, wie Pinterest den Social-Commerce-Prozess unterstützt, welche Shopping-Funktionen eingesetzt werden und wo aktuell noch Optimierungspotenziale bestehen – mit konkreten Erkenntnissen für den E-Commerce-Praxisalltag.

Social Commerce – Die Verschmelzung von Social Media und E-Commerce

Social Commerce beschreibt die Integration von Verkaufsfunktionen in soziale Netzwerke. Während klassischer E-Commerce vor allem transaktionsgetrieben ist, setzt Social Commerce auf Inspiration, Empfehlungen und visuelle Impulse. Nutzer:innen entdecken Produkte beiläufig, speichern sie, vergleichen Optionen und gelangen im Idealfall direkt zum Kauf.

Das Marktvolumen von Social Commerce wächst weltweit stark – der Vergleich zwischen 2021 und 2025 zeigt einen massiven Anstieg und unterstreicht das wirtschaftliche Potenzial dieses Kanals.

Pinterest
Bildquelle: pixabay.com

Pinterest als Social-Commerce-Plattform

Die visuelle Suchmaschine mit Kaufimpuls

Das Kreativ-Netzwerk gründete sich 2010 und versteht sich als visuelle Suchmaschine und soziales Netzwerk. Nutzer:innen pinnen Bilder, Videos und Links auf digitalen Pinnwänden und nutzen die Plattform gezielt zur Ideen- und Produktfindung.

Mit weltweit rund 570 Millionen monatlich aktiven Nutzer:innen und einem starken Fokus auf Inspiration bietet Pinterest ideale Voraussetzungen für Social-Commerce-Szenarien, insbesondere in Bereichen wie Interior, Mode, Lifestyle und DIY.

Zielgruppenstruktur und Nutzungsmotive

Ein hoher Anteil weiblicher Nutzer:innen sowie eine stark interessenbasierte Feed-Struktur sorgen dafür, dass Inhalte sehr passgenau ausgespielt werden. Werbung wird dabei organisch in den Feed integriert, was die Akzeptanz kommerzieller Inhalte erhöht und Kaufimpulse begünstigt.

Shopping-Funktionen auf Pinterest im Überblick

Shoppable Pins – von der Inspiration zum Kauf

Shoppable Pins bilden das Herzstück des Pinterest-Commerce-Ansatzes. Sie zeigen Preis, Verfügbarkeit und einen direkten Link zum Online-Shop. Händler hinterlegen ihre Produktkataloge im Pinterest Merchant Center, woraufhin automatisch kaufbare Pins generiert werden.

Der größte Vorteil: Die Customer Journey wird deutlich verkürzt – von der Inspiration bis zum Kauf sind nur wenige Klicks notwendig.

Pinterest Lens – Produkte erkennen statt suchen

Mit Pinterest Lens können Nutzer:innen Produkte fotografieren oder Bilder hochladen. Pinterest analysiert diese visuell, erkennt Objekte und verknüpft sie direkt mit passenden Shoppable Pins. Dadurch entfällt die klassische Textsuche, was den Kaufprozess erheblich vereinfacht.

Pinterest Ads und externe Shop-Verlinkungen

Gesponserte Pins ermöglichen eine zielgruppengenaue Ansprache auf Basis von Interessen und Verhalten. Zusätzlich lassen sich Pins mit externen URLs verknüpfen, sodass Pinterest als effektiver Traffic-Booster für Online-Shops fungiert.

Die nutzerzentrierte Customer Journey auf Pinterest

Pinterest begleitet Nutzer:innen entlang der gesamten Customer Journey – von der ersten Inspiration über das Speichern relevanter Pins bis hin zur Weiterleitung in den Online-Shop. Auch nach dem Kauf sorgt der Feed mit neuen Empfehlungen für erneute Inspiration und Wiederkäufe.

Zentrales Problem – hohe Inspiration, geringe Conversion

Trotz hoher Inspirationskraft bleibt die Conversion Rate auf Pinterest vergleichsweise niedrig. Eine Umfrage zeigt, dass nur 4 % der Befragten direkt über Pinterest gekauft haben, während 37 % zwar inspiriert wurden, den Kauf jedoch über andere Kanäle abgeschlossen haben.

Hauptgründe dafür sind:

  • fehlende Preistransparenz

  • keine Bewertungen und Vergleichsmöglichkeiten

  • geringe Wahrnehmung von Pinterest als Shopping-Plattform

Optimierungspotenziale für mehr Social-Commerce-Erfolg

Um das volle Potenzial auszuschöpfen, empfehlen sich mehrere Maßnahmen:

  • Einführung von Preisvergleichs- und Bewertungssystemen

  • Ausbau des In-App-Checkouts

  • stärkere Markenintegration

  • exklusive Anreize wie Rabatte oder Bonusprogramme

  • bessere Sichtbarkeit und Kommunikation der Shopping-Funktionen

Fazit: Pinterest als Social-Commerce-Chance für den E-Commerce

Pinterest zeigt eindrucksvoll, wie Social Commerce funktionieren kann: visuell, inspirierend und nutzerzentriert. Mit gezielten Optimierungen kann die Plattform ihre Conversion Rate nachhaltig steigern und für Händler zu einem noch wichtigeren E-Commerce-Kanal werden. Für Unternehmen bietet Pinterest bereits heute wertvolle Chancen zur Produktentdeckung, Markenbildung und Traffic-Generierun

Autor:innen

Dieser Beitrag basiert auf der Studienarbeit „Social Commerce am Beispiel von Pinterest“ und wurde von Lena Theisen und Viviane Deigentasch im Rahmen des E-Commerce-Studiums erstellt. Prof. Dr. Richard Geibel betreute diese Arbeit.

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